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schwules und lesbisches coming out |
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<<< zurück Outing als "Schwester mit Behinderung" von Wolfgang Steves
Hallöchen alle miteinander,
ein Outing - egal warum und wo es stattfindet - kostet Kraft und Mut. Jedoch gibt es auch kaum ‘nen Weg daran vorbei, wenn mensch sich nicht von den gedachten Erwartungshaltungen seiner Umwelt verbiegen lassen möchte. Mein Schwulsein sieht mir nicht sofort jede/r an und meine diversen Wahrnehmungsdefizite und übrigen Behinderungen nach Hirnblutung im Wahrnehmungsbereich des Gehirns auch nicht. Dennoch beeinträchtigen sie im sozialen Miteinander und somit auch beim Leben in der schwulen Community ganz ordentlich.Konnte ich einerseits alles für mich behalten, mag da so mancher denken, doch das will ich eben auch nicht, da ich dann eine Normalität vorspielen würde, die mit meinem tatsächlichen Leben und Erleben innerhalb von Gesellschaft nicht zusammenpasst. Habe ich versucht und mir ging es schlecht dabei - warum auch??? Weder Schwulsein noch Behinderung sind Dinge, die schandhaft sind - im Gegenteil ein relativ selbstbewusstes Leben ist in diesem Kontext ist machbar, wenn ich dies entsprechend vorlebe und meine Erwartungen im Umgang mit mir vermitteln kann. Viele Stinos (Stinknormale) die ohne Doppelqualifikation durchs Leben gehen sind oft unsicher und brauchen ebenso wie wir es uns manchmal wünschen würden dieses “kleine Handbuch. Also sehe ich es nicht als Unterwürfigkeit, bzw. als ein Heischen nach Anerkennung/Mitleid an, wenn ich mit anderen über meine Behinderung bzw. über mein Schwulsein rede. Vielmehr schildere ich die Sicht der Welt aus meiner Perspektive und dazu gehört eben auch meine Behinderung. Da fast jeder Mensch sich als tolerant schimpft - kenne jedenfalls niemanden, der/die das Gegenteil auf die eigene Fahne geschrieben wissen mochte - lebe ich eben mich aus und appelliere daran. Im Umfeld von anderen Doppelqualifizierten (schwul + behindert) bzw. im Selbsthilfekontext alles kein Problem. Nur in der Cruisingarea, in der Schwulendisse oder an anderen Rüdenmeetingpoints, wie ich das gerne mal bezeichne wird’s problematisch. Hier kommt es eben nicht auf’n gutes Gespräch sondern nur und fast ausschließlich auf Funktionalität und Fassadenzustand an. Insider werden mich verstehen. Hier wird es nun spannend im Hinblick auf unsere eigenen Wertigkeiten – schließlich sind auch wir in diesem Wertekontext aufgewachsen und da ist es manchmal schwer sich zu entziehen. Habe die Erfahrung gemacht, dass fast alle Menschen mit Behinderung ein Gegenüber ohne eben diese wünschen und auch unter Schwulen Männern ist das Hetenknacken weit verbreitet. Das dahinter verborgene Menschenbild erachte ich als schwierig - wie will kann ich Toleranz für meine Situation erwarten, wenn ich selbst einen Großteil von Menschen im Miteinander ausgrenze. O.k. es war für mich einfacher meine Mehrfachbehinderung zu akzeptieren, da ich vor meinem Blutungsgetose im Schädel in einem Wohnheim für Mehrfachbehinderte tätig war und dort ein Menschenbild entwickeln konnte, das ein Leben mit Behinderung zumindest in der Theorie ebenbürtig macht. Wie dies in der Praxis ist das erlebe ich heute und gewinne mit steigender Offenheit ein zunehmendes Selbstbewusstsein bezüglich dieser Situation. Abschließend möchte ich nochmal dazu anregen, dass mehrere Teilnehmer/Innen Adressdaten und andere biographische Dinge hier veröffentlichen, damit so ein Mehr an Community in unserem Verständnis a Ia Frankfurt (andersschwul) entstehen kann. Wer seine persönlichen Daten aus Datenschutzgründen nicht in diese heute noch anonyme Community reinschmeißen möchte kann dies ja auch über einen Adressdatenverwalter (vielleicht überlegt sich der ein oder andere, ob er diesen Job übernehmen möchte) machen. Für ein Bundestreffen von Betroffenen auf ein verlängertes Wochenende und andere Aktivitäten fände ich das ganz gelungen. Wolfgang Steves Regentenstraße 57-59 51063 Köln Tel.: 0221-323002 Fax: 0221-9659640 mobil:01606956780 http://www.wolfgangsteves.de.vu |