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schwules und lesbisches coming out
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Hey Leute ! Bin der Adi und möchte gern über ein Thema mit euch sprechen!
Das ist Homossexualität von behinderten Menschen. Bin selber behindert und bin homosexuell schon so lang ich denke.

Bin 40 Jahre und möchte mit dem was ich auch erzähle Mut machen, damit ihr aus euch herauskommt und zu dem steht was und wie ihr seid. Ich war als Kind durch meine Behinderung viel in Heimen. Ich war sehr schwer behindert und da hat es das Angebot, so wie es heute gibt leider nicht gegeben. Da ist dir nichts anders übergeblieben als ein Heim. Na ja irgendwie fühlte ich mich damals schon anders! Beim Spielen ist es schon losgegangen. Ich spielte halt immer lieber mit Puppen und so was und wollte halt immer voll gerne Röcke anziehen. Aber im Heim haben sie immer gesagt, das geht doch nicht und du bist ja ein Junge, die machen das ja nicht und sie wollten mich halt auch als Junge erziehen. Aber irgendwie ist was falsch gelaufen bei mir. Beim Faschingsumzug habe ich mich immer als Mädchen angezogen, weil das war der einzige Tag wo es ging und keine Probleme gab. Aber in dieser Zeit hatte ich mir auch gedacht das geht vorbei. Dann in der Pubertät als die ersten sexuellen Gefühle kamen und die Neugier gekommen ist und ich meinen Körper entdeckte, wollte ich nicht immer allein erforschen und irgendwie war mein Zimmerkollege so alt wie ich und war halt nicht abgeneigt vom Doktorspielen, so nannten wir das damals. Aber ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil es immer geheißen hat, das ist eine Todsünde. Es war ein Heim wo die Nonnen das sagen hatten. Es ist lange gut gegangen bis uns eine Nonne erwischt hat. Da war echt der Teufel los! Da sind sie immer zur Kontrolle gekommen. Wenn sie dich erwischt haben, dann hat es nichts zu essen gegeben und du musstest dich vor der Tür 1 Stunde hinknien als Buße. Da war ich so 15 Jahre. Dann mit 16 bin ich ins Dorf gekommen wo ich noch immer lebe. Und wollte halt das nicht mehr machen mit die Jungs sondern eine Freundin haben, weil es normal war und ich wollte unbedingt normal sein und hatte dann auch wirklich eine Freundin! Wenn nicht der junge Mann gewesen wäre. Er war sehr schwer behindert und konnte halt gar nichts alleine machen nicht mal zu seinem Körper zärtlich sein. Wir haben uns recht gut verstanden! Ich hatte halt eine Tages zu ihm gesagt, soll ich dir helfen und er hatte ja gesagt. Für mich war das eine gute Ausrede, weil er sich das nicht allein machen konnte und ich tat etwas Gutes und brauchte mir nicht denken das ich schwul bin! Mir hat es voll gefallen, aber das hatte ich ihm nicht gesagt, aber er hat’s natürlich gespürt. Das ist eine ganze Weile gegangen bis er ganz plötzlich gestorben ist. In den nächsten Jahren hatte ich immer wieder Beziehungen zu Frauen, aber es ist keine gut gegangen. Heute weis ich warum. Das war in die 80iger und 90iger Jahren. So 1997 hatte ich es nicht mehr aushalten können das für mich zu behalten und hab mit meiner besten Freundin über das geredet! Und das Gespräch hat mir echt gut getan. Es war wie wenn man einen Stein um den Hals verliert! Dann hat die Freundin gesagt ich solle zu dem stehen was ich bin. Das machte ich. Ganz klein fing ich an. Hab es immer mehr Freunden erzählt und merkte, dass die gar nicht so arg reagierten. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich bi bin, weil ich ja Frauen auch mochte, aber dann ist die Entscheidung gefallen! Das war echt witzig, wollte mit einer Freundin schlafen und irgendwie ist es nicht gegangen und hab wirklich geglaubt, dass ich was hab, weil mein gutes Stück nicht mehr aufstehen wollte. Aber bei einem Mann hatte ich das Problem nicht. Dann war ich sicher dass ich nur einen Mann will. Ich hatte erfahren das es in Vöcklabruck einen Stammtisch für Schwule gibt.Nach langer Überlegung hatte ich mich mal bei der Hosi erkundigt, das ist eine Vereinigung für homosexuelle Menschen, sie haben mir gesagt, dass es so einen Stammtisch gibt. Es ist wieder eine Zeit vergangen, bis ich Mut gehabt hatte da mal anzurufen! Der Typ war recht nett am Telefon und frage mich, ob er vorbei kommen soll um mit mir mal zu reden. Ich sagte ja und eine Stunde später war er da, ich hab mir gedacht ich sterbe vor Aufregung. Das war für mich ein schwerer Schritt. Aber nachdem er da war hat es noch ein paar Monate gedauert bis ich hingefahren bin. Da war es soweit, bin hingefahren - lauter hübsche Männer und ein Behinderter - der war ich! Natürlich hatte keiner mit mir geredet außer der Thomas der mich damals gleich besucht hat. War recht aufgeregt und fühlte mich sehr alleine. Aber ich wollte nicht wahrhaben, das ich mich nicht in der Gruppe irgendwie integriere und bin ein paar Monate lang immer wieder hin. Ich habe von mir heraus immer wieder versucht mit ihnen zum Reden zu kommen. Nach einen halben Jahr hat’s hingehauen. Aber sie waren behinderte Menschen überhaupt nicht gewohnt. Aber jetzt bin ich voll integriert in der Gruppe. Ein Mal im Jahr hat Hosi einen Ball im Linz, klar da bin ich voll dabei. Wir waren zu zweit. Ein Freund von meinem Dorf war auch mit. Aber wir waren unter 1000 Leute waren die einzigen Menschen mit einer Behinderung!Es ist wirklich nicht so einfach, wenn man körperlich behindert ist und schwul. Ich sag oft zu mir, wenn ich noch mal auf die Welt komme werde ich entweder behindert oder schwul aber beides zusammen ist eines zu viel. Hi hi ! aber man darf sich von nichts unterkriegen lasen! Ok es ist leichter gesagt wie getan. Man muss einfach gute Freunde haben und hartnäckig sein und immer wieder einen Schritt vor dem anderen tun. Ich bin ja oft in einem Gaychat drin und bin halt unter meinem Namen Adi dabei und wenn ich zu dem Chatpartner sage, dass ich eine Körperbehinderung habe sind sie fast immer weg! Und das ist echt scheiße. Aber dann denke ich mir, jetzt geh ich mal bei einem Chat für Behinderte rein, und seit dem geht’s mir besser mit den Leuten, weil jeder weiß was los ist. Man muss auch zu der Behinderung stehen.Mit den Jahren habe ich bemerkt das sich kämpfen lohnt! Wenn mir kämpfen zu mühsam gewesen wäre, hätte ich das, was ich erreicht habe nie erreicht. Darum Leute, kämpft um euer Recht, egal wie das Recht aussieht. Wichtig ist, dass ihr wisst was ihr wollt! Das schwere war bei mir, wie sag ich es meiner Familie, dass ist immer sehr heikel und schwer! Meiner Schwerster und meinem Schwager habe ich es zu meinen 37igsten Geburtstag gesagt! Da waren ja alle bei mir und haben halt gefeiert und irgendwie sind wir dann auf das Thema gekommen! Sie haben nur so zum Spaß gesagt , ich komme daher wie eine Schwuchtel wegen meines Gewandes und ich sagte einfach ich bin schwul! Da war eine Zeit tote Hose, der Einzige, der was sagte, war der Gerhard mein Schwager. Er sagte dass ich trotzdem derselbe Adi bleibe. Die anderen haben gar nichts gesagt. Hatte immer gewartet, dass vielleicht in dem kommenden Jahr etwas kommt, aber nichts. Ein Jahr später hab ich sie darauf angeredet dann haben sie darüber mit mir geredet und sie haben’s irgendwie schon lange gewusst.Meine Eltern wissen es sicher auch, aber da wird halt nicht darüber geredet. Kann ich auch verstehen, denn sie sind doch schon über 70 Jahre. Bin ja eher weiblich, das heißt ich trage nur Frauensachen. Natürlich wenn ich nach Hause fahre zu meinen Eltern, ziehe ich was Männliches an. Bleib ja nur 2 Tage und da kann ich meinen Eltern einen gefallen tun. Aber wenn sie zu mir auf Besuch kommen, dann ziehe ich mir sicher nichts anderes an, weil da sind sie ja auf Besuch bei mir. Aber das war ein sehr langer Weg dass ich das gekonnt habe - so sein wie ich halt bin. Darum, bei mir war es unmöglich bei meinen Eltern zu leben! Das ging einfach nicht gut. Aber das sagen sie auch. Wie vielen muss es so gehen wie mir! Überhaupt Menschen mit Behinderung. Kenne eine junge Frau sie ist eine ganz schwere Spastikerin (das ist eine Behinderung) sie ist 28 Jahre und lesbisch und kann wirklich nichts, nicht einmal sprechen, wie soll sie sich verständigen oder jemanden kennen lernen. Und die wird sicherlich nicht die Einzige sein, der es so geht. Und irgendwie habe ich mir gedacht, da gehört etwas gemacht. Dann hab ich mich umgehört, ob es eine Gruppe gibt für homosexuelle behinderte Menschen gibt!Habe im Internet rumgeschaut und mit Menschen gesprochen ob es so was gibt! Die traurige Wahrheit ist, es gibt für so eine Menschengruppe nichts in Oberösterreich. Angeblich soll es in Graz was geben, aber was Konkretes habe ich noch nicht herausgefunden. Mein Traum wäre so eine Selbsthilfegruppe zu machen. In Deutschland und Holland gibt es einige, nur nicht bei uns. Im Dorf wo ich lebe gibt es da gar kein Problem die Geschäftsführung steht voll hinter mir. Da hab ich schon Glück. Das rechne ich ihnen hoch an, weil das ist nicht selbstverständlich! Ok Leute, wer mit mir in Kontakt träten möchte hier meine Adressen landgraf@gmx.at und adilandgraf@hotmail.com und http://members.baumnet.at/a.landgraf/ es grüsst Adi