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CSD Altötting: Impressionen eines ehemaligen Altöttinger Ministranten und das Ketzerbrevier
Hier kommt es noch auf den einzelnen Menschen an:



CSD Altötting 2004: Kundgebung auf dem Dultplatz von Altötting
Foto:Wolfgang Fänderl


4. Juli 2004, am Tag danach:
Was bei den CSD's der grossen Städte im Trubel der Menge und im Feiern des eigenen les-bi-schwulen und transgender Stolzes untergeht, gilt in der kleinen Stadt noch ganz anders: 500 Leute sind eine nette Veranstaltung.

Der persönliche Mut, sich zu zeigen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, mit dem eigenen Glauben und der vergreisten Haltung der Kirchenoberen.

Die waren natürlich nicht dabei, hatten aber in einer Gebetsnacht vorher für unseren Tag gebetet. Und wahrscheinlich auch dafür, daß keine Sünden begangen werden, was wohl auch so geschah.

Wenn uns auch - trotz der vielen gnädigen Wolken, die über den weiten Platz zogen - die Sonne verwöhnte und manche leichtverbrannte, das Programm aus RednerInnen, meist sehr guter Musik und ein bisschen Hellwig-ähnlicher Travestie durch den Tag begleitete, die Einkehr in Neuötting durch die heftige Musik nicht immer erholsam war... ein CSD war schon immer was anstrengendes.

Eine Erinnerung tauchte angesichts der traumhaft freundlichen Polizisten wieder klar auf: Beim CSD in München, als wir vor 20 Jahren auch nur ein paar Hundert waren, damals besonders mutig und etwas angespannt auf dem Weg vom Sendlinger Tor zum Stachus, tippte mir ein junger Beamter auf die Schulter.

Zu meinem Erstaunen war es ein Freund aus Neuötting, der mir auf dem Weg dann aktuelle "Familien-Nachrichten" berichtete. Inzwischen sind auch seine Kinder gross, aber die alten Städtchen bewahren die Erinnerungen besser auf ...

Bei der persönlichen Stadtführung über Kapellplatz und durch ein paar Kirchen und auf dem Fussweg durchs Grüne zum Müllerbrau nach Neuötting, auch bei Spaziergängen durch und um dieses historische Ambiente waren die persönlichen Gespräche im Vordergrund.

Das kann eine Chance für den CSD 2005 in Altötting sein: Die persönliche Auseinandersetzung mit den durchaus sehr verschiedenen les-bi-schwulen und transgender Lebensformen, den Reaktionen der Familien und der Gesellschaft.

Viele Bemerkungen von alten Bekannten, die ich bei meinem örtlichen Coming out traf: Bezug zu eigenen Verwandten, die nicht oder nur sehr begrenzt offen leben können, die Angst der schwul-les-bi-schen LehrerInnen und Pfarrer, die natürlich nicht gekommen / mitgefahren waren ... ... bis hin zu einer Studienkollegin und Freundin aus alter Zeit, die sagte: "Ich schäme mich für meine Kirche!"

Für mich war es eine gute Rückkehr in mein Heimatstädtchen!


Fritz Letsch bei der Kundgebung während des CSD Altötting 2004
Foto: Wolfgang Fänderl


***Das Buch zum CSD Altötting:

Ketzerbrevier eines Altöttinger Ministranten

... denn Sie wissen nicht, was Liebe ist ...

Mein Ärger mit der Kirche
Bewusstseinsbildung statt blindem Glauben!*

ISBN 3-930 830-48-5 13 Euro + Porto+Verp.

im Forum Homosexualität und Geschichte in München, Müllerstr. 43 a,RGB und natürlich bei Max und Milian, in München ... und im sonstigen Buchhandel.

ansonsten bei mir: fritz@forum-muenchen.de
oder für Buchhandel etc. mit Rechnung
bei AG SPAK Bücher
Holzheimer Str. 7
89233 Neu-Ulm
tel 07308-919-261
fax 07308-919-095
mailto: spak-buecher@leibi.de
www.leibi.de/spak-buecher

Vorschau einzelne Kapitel,
die auch zitiert werden können: www.forum-muenchen.de/boards
und ein Diskussionsforum für deine Erfahrung, deine Meinung!

Wenn ein Altöttinger Ministrant in die Pubertät kommt, sind die Irritationen schon enorm, wenn er aber 50 wird und erlebt, dass der Apparat der Kirche hinter die früher wichtigen Befreiungen zurückfällt, kann er zornig werden. ...

fritz letsch

http://www.joker-netz.de
schellingstr. 91
80799 münchen
089-45222668
0171-9976231


Bürgermeister Hofauer und Organisator Thomas Grahammer
Foto:Wolfgang Fänderl


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