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ALEXANDER DER GROSSE
oder
darf ein griechischer Nationalheld schwul sein?


grafiken/alexanderdergrosse.jpg

Alexander der Große:
356 - 323 v. Chr.

Im Jahre des Herrn 2004 fiel Alexander der Große in Gestalt des Monumentalfilms "Alexander" in Europa ein. Meisterregisseur Oliver Stone hatte sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt und die von Sagen und Glorie umraunte Gestalt des Makedoniers in dreijähriger Arbeit auf die Leinwand gebannt. Warum Stone so vehement diesen Stoff verfilmen wollte, kann in den unzähligen Interviews nachgelesen werden, den wahren Grund erfahren wir sicherlich nie.

Sehr wohl wissen wir aber, daß der Regisseur ziemlich wütend darüber ist, daß sein Filmepos "Alexander" in vielen Interviews mit Fragen nach dem Sex zwischen Alexander und Hephaistion verkleinert wird.

Ganz absurd wird der SexRummel um den Film "Alexander" wenn sich 25 griechische Anwälte in den USA bemühen, die Liebe von Alexander und Hephaistion, welche von Oliver Stone in vorauseilendem Gehorsam auf einen Kuss reduziert wurde, mit einem Untertitel zu versehen, dergestalt daß es sich hier um eine Fiktion und nicht um die Wahrheit handele.

Die FAZ schrieb ganz richtig (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2004, Nr. 277 / Seite 50):
" Entweder haben die Anwälte nie Kallisthenes und Plutarch gelesen, oder sie haben, getreu dem Motto, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, aus der Tatsache, daß beide ganz selbstverständlich, aber ohne das Wort Männerliebe von Alexanders Liebe zu Hephaistion und Kleitos berichten, geschlossen, daß Alexanders Verhalten tadelloser Platonik im heutigen Sinne entsprochen habe."

Homosexualität war zu damaliger Zeit ein selbstverständlicher Teil des Lebens und wurde deshalb auch nicht als etwas Besonderes angesehen.

Es ist nicht verwunderlich, daß Alexander auf der einen Seite von uns Schwulen als Held bewundert wird, was natürlich auch dem schwulen Jugendkult der letzten zweihundert Jahre zu verdanken ist und auf der anderen Seite bei der Homophobie unserer Zeit durch die Angst der Männer vor Männerliebe bedingt, zu einem sexuellem Monster verteufelt wird.
Womit sie, ohne es zu wissen, tatsächlich recht haben, denn Alexander lebte den Sex mit Männern zeitlebens als Obsession aus.

Viel bedenklicher scheint mir, daß sich hier alle Welt über Sex aufregt, ohne den Gewaltmenschen Alexander zu kritisieren.
Wie alle "Heerführer", "Feldherren", war der König Alexander ein "Held" auf dessen Geheiß hunderttausende Menschen im Verlauf seiner Schlachten getötet wurden. Alexanders Sieg über Dareios III. und Persien war ein einziges Schlachthaus, ein Niedermetzeln mörderischster Art, ein Exempel um darzustellen, wer hier die Macht hat.

Die Eselsbrücke heutiger Schüler: "333 bei Issos Keilerei" ist eine Verharmlosung der staatlich sanktionierten Mörderei.

Auch Meuchelmord und Totschlag gehen auf das ganz persönliche Konto von Alexander:
Fadenscheinige Begründung bei der Hinrichtung Philotas, eiskalter Mord bei Parmenion, Speer in die Brust des Kleitos aus Eifersucht bei einem Gelage.

Alexander, der geliebte Schüler des Aristoteles, starb mit 33 Jahren in Babylon.
Wenn wir Heldenverehrung betreiben, solten wir wissen, daß die Hände unserer Helden blutrot sind.
Die 25 Anwälte sind nicht in Aktion getreten, weil der Regisseur Oliver Stone die Schlachten in seinem Film so schön blutig in Szene gesetzt hat, sondern wegen eines Kusses.
Gewalt darf sein, Sex nicht!
Armes Griechenland! Arme Welt!
(GW)


Hephaistion & Alexander
© Warner Bros

Hier erfährst du mehr über den Film von Oliver Stone "Alexander" ***klick***