T R A N S G E N D E R
G E S T E R N U
N D H E U T
E
oder
Versuch
einer Abhandlung über das unendliche Breitenspektrum „vom Geschlechtsverwandlungswahn
zur Geschlechtsumwandlung“ (Rainer
Herrn)
Johanna Kamermans
Liebe
ZuhörerInnen,
wie der
Titel des heutigen Vortrags schon aussagt, wollen wir heute versuchen unser
eigenes „Anderssein“ etwas
besser zu verstehen, indem wir ein allerdings nur flüchtiges Panorama von
Geschlechtswandel-Phänomenen in anderen Kulturen, Zeiten und
Sozialstrukturen aufbauen wollen – denn nichts ist wirklich „neu“ in dieser
unseren „alten“ Welt und der Mensch ist zudem wohl nie zu alt noch etwas
dazuzulernen....!
Allerdings wird dies auch wieder nur ansatzweise
geschehen können, da die Transgender-Thematik – also die Bandbreite der
zwischengeschlechtlichen Phänomene beim „Bewohnen“ des enormen Gebiets zwischen
den beiden Polen „hier Mann“ und „dort Frau“ – derart vielfältig und komplex
ist, dass man/frau darin heutzutage regelrecht versinken
kann.
Dies
nichtzuletzt, da die Flut von Publikationen über die Zwischengeschlechtlichkeit
des Menschen, ob nun psychisch oder biologisch begründet, durch die (neuen)
Möglichkeiten des Internets nahezu uferlos geworden ist. Wer beispielweise bei
der Suchmaschine google.de das Wort „Transgender“ eingibt, erhält nicht
weniger als 2'800'000
Suchergebnisse und beim Eintippen des Begriffes „Transsexualität“ sind es
immerhin noch gut 170'000 Eintragungen – das wohl veraltete Wort
„Transvestitismus“ liefert allerding nur noch etwa 12'000 Eintragungen
auf.
Es sei
an dieser Stelle deshalb nochmals festgehalten – wie bereits im TXKöln-Trailer
geschehen – dass wir uns in diesem Vortrag insbesondere beschäftigen mit
Geschlechtswandel-Phänomenen bezüglich
:
-
der
vorderasiatischen Fruchtbarkeitskulte der
Bronzezeit
-
der
untergegangenen „androgynischen Idee des Lebens“ in der
Antike
-
des
kategorischen Eindeutigkeitsdenkens darauffolgender monotheistischer Religionen
(Judentum, Christentum, Islam)
-
des
ausgeklügelten Berdachen-Systems mit vier Geschlechtern bei den amerikanischen
Ur-Indianern
-
der
Hirschfelschen Ansätze von vor 100 Jahren („Der Mensch ist nicht Mann oder Weib
sondern Mann ùnd Weib“)
-
des
ausgetüftelten und gesetzlich kanalisierten Transsexualismus-„Systems“ unserer
Tage
Als ich Ende
der 80er Jahre mit der publizistischen Aufarbeitung meines seit Anfang der 70er
Jahre konsequent durchgezogenen „Frontwechsels“ begann – nachdem ich meinen ganz eigenen Traum
des „Frau-Seins“ während fast 14 Jahren auf der Bühne als Stripperin (oder etwas
edler als „Schönheitstänzerin“) hatte ausleben dürfen – waren etliche umfassend
recherchierte Publikationen die Folge. Insbesondere betraf dies meine beiden
Sachbücher „Mythos Geschlechtswandel“ (1992) und „Künstliche
Geschlechter“(1995) aus der „Hamburger Zeit“ aber ganz besonders auch meine
sechs Vorträge und Abhandlungen über vielerlei unterschiedliche Teilaspekte der
Intersexualitäts-Thematik in der menschlichen Gesellschaft als auch im Tierreich
(ein übrigens überaus faszinierendes Thema) in meiner „Berliner Zeit“. Letztere
sind übrigens nicht nur auf meiner eigenen Website www.johanna16.freeler.nl
(aus Maastricht) zu finden sondern auch auf der damit verlinkten Website
www.stadt.gay-web.de/transmythos (aus
Hamburg)
In jenen
Vor-Transgender-Zeiten, also vor jetzt etwa 15-20 Jahren, waren allerdings nur
Bücher und solche wissenschaftliche Publikationen aus Bibliotheken die
allerersten Quellen des damals vorhandenen zwischengeschlechtlichen
Informationsspektrums. Auf der Bücherliste der (schwulen) „Prinz
Eisenherz“-Buchhandlung zu Berlin beispielsweise gab es damals insgesamt etwas
mehr als 120 Titel über die Themen Travestie, Transvestitismus und
Transsexualität verzeichnet. In den darauffolgenden 90er Jahren – und bis heute
unvermindert anhaltend – gab es dann allerdings eine wahre Sintflut von Büchern
und Erlebnisberichten über vor allem die Transsexualitäts-Problematik (sowohl in
den USA als besonders auch in Deutschland) von „Betroffenen“, also
Transsexuellen (oder solchen, die sich dafür hielten) und von solchen
„wissenschaftlichen Kapazitäten“, die sich wichtig machen wollten. Und wer sich
heute die Mühe macht, beispielsweise auf der Website www.transgender.de
(hier aus Köln), etwas herumzustöbern, wird konfrontiert mit einer wahren Flut
der unterschiedlichsten Büchern, Zeitschriften, Dokumentationen, Filmen und
Websites über die heute so benannte „Transgender-Thematik“ – „ein (überaus)
weites Feld“ (frei nach Günter Grass)
sozusagen..!.
Das seit
wenigen Jahren aus den USA herübergewehte Transgender-Denken unserer Tage hat –
wie Ihr alle wisst – in seiner überkuppelnden Betrachtungsweise nun endlich zu
einer Aufweichung (aber nicht Auflösung) des davor so stringent gehandhabten
„Kästchendenkens“ in der Sexualität geführt: Die unterschiedlichen
Ausgestaltungen des geschlechtlichen bzw. zwischengeschlechtlichen (Er-)Lebens
haben langsam angefangen „grenzenlos“ zu werden, aber es wird noch ein langer
Weg (der Erkenntnis) werden. So wie wie dies auch die Grundlage des antiken
„panta rhei“-Prinzips ist: „alles fliesst“ als weise und uralte
(Er-)Kenntnis-Wahrheit der Alten Griechen und attraktive „revival“-Option des
Neuen Denkens im „Krieg der Geschlechter“. Einen recht kuriosen Beitrag dazu hat
die bekannte US-Feministin Germaine Greer übrigens geliefert in ihrem rezenten
Buch „The future of feminism“ (und auf ihrer Vortragsreise 2004 auch hier in
Maastricht), wo sie allen Ernstes die „Ausschaltung“ der (biologischen) Frauen
vorhersagt und die gleichzeitige „Machtübernahme“ durch „künstliche Frauen“
sprich Transsexuellen – also den totalen Sieg des „männlichen Prinzips“
prognostiziert....!
Ich aber
bin stolz darauf, die neue sich allmählich durchsetzende Transgender-Idee ab
Anfang meines transsexuellen Erlebens mittels Lebensgestaltung und
Publikationsspektrum vertreten zu haben – die konsequente Durchsetzung des
sozialen Geschlechtswandels war mir immer wichtiger als die einstige einseitige
Fokussierung („Tunnelblick“) auf den chirurgischen Geschlechtswandel sprich OP.
Das heisst natürlich nicht, dass letztere nicht seine Berechtigung hätte, im
Gegenteil, doch nur als sozusagen persönlich gefärbtes „I-Pünktchen“ auf die I-Buchstaben des
ureigenen „ich
will“-Entscheidungsprozesses – selbstbestimmt und in Kenntnis aller
Fakten....!
Schliesslich möchte ich in diesem Zusammenhang mir noch
den Hinweis erlauben auf das (wissenschaftliche) Buch, das mir damals bei meinen wahrlich intensiven
Recherchen für meine Bücher die Augen geöffnet hat und zwar für die Tatsache,
dass das Wandeln zwischen den Geschlechtern so alt ist wie die Menschheit, in
allen Zeiten und Kulturen anzutreffen ist und wahrhaftig nichts „neu“ ist im
„Leben zwischen den Geschlechtern“...!
Es ist
dies das einmalige, umfangreiche und ethnologisch bzw. kulturhistorisch
definierte Sachbuch „Das doppelte Geschlecht – Studien zur
Bisexualität in Ritus und Mythos“ (Dietrich Reimer Verlag Berlin 1955/1986)
von Hermann Baumann. Ich habe im Laufe der Zeit einen gewaltigen Respekt
entwickelt für das hier eigentlich uferlose Panorama der (menschlichen)
Zwischen- bzw. Doppelgeschlechtlichkeit in allen seinen Urformen bei den alten
Völkern und den Naturvölkern zu wahrhaft allen Zeiten. Und ich kann es
eigentlich einem jeden Transsexuellen empfehlen, der sich über sich selbst, also
über sein oder ihr „Anderssein“ (hoffentlich) wundert und verstehen will, was
eigentlich mit ihm/ihr los ist - denn bekannterweise kann unsereiner nie zuviel
wissen....!
Er oder
sie wird dann mit steigender Verwunderung aber (hoffentlich) auch
neugierigem Staunen feststellen können, dass es wirklich seine Richtigkeit
hat mit dem uns allen sicherlich
bekannten Toyota-Werbespruch „Nichts is unmöglich!“. So dass
weiter anzunehmen ist - wenn er oder sie sich dann am Ende des Baumannschen
Buches wieder zurechtfinden soll in der alltäglichen Transgender-Problematik -,
dass man/frau sich wenigstens bewusst ist welche riesige Dimensionen das
„Anderssein“-Spektrum überhaupt beinhaltet. Und wie wichtig es ist bei seiner
bzw. ihrer ganz individuellen Bewältigung dessen, sich zu besinnen auf die
(alte) buddhistischen (Lebens-)Weisheit „Der Weg ist das Ziel“oder wie
die Belgier es so eindrucksvoll-flapsig auf grossen Schildern entlang den
Autobahnen formulieren; „Nimm Dir Zeit und nicht das Leben“. Wobei es statt „das
Leben“ auch „die Freude“ heissen darf....!
Wie
bereits vorgängig vermerkt, gehen wir bei unseren (heutigen) Betrachtungen also
von der wahrhaft unwiderlegbaren Gegebenheit aus: „Das Wandeln zwischen den
Geschlechtern ist so alt wie die Menscheit“ – so wie ich dies auch
als erster Satz in meinem Sachbuch „Künstliche Geschlechter“ (1955) formuliert
habe. Allerdings müssen wir uns davon bewusst sein, dass diese vorgenannte
Feststellung sich in erster Linie auf den sozialen oder religiösen
Geschlechtswandel bezieht und weniger auf die körperlich-chirurgische
Angleichung, wie diese heutzutage leider nur allzu dominierend in den
Vordergrund gerückt worden ist – bis zur heutigen völligen Gleichstellung
„künstlicher“ und biologischer Geschlechter. Wobei die einfache Kastration des
Mannes übrigens schon immer und zu allen Zeiten zu den unterschiedlichsten
Zwecken instrumentalisiert worden ist – ab und zu werde ich nachfolgend kurz
darauf aufmerksam machen.
In
diesem Zusammenhang sei vorgängig nochmals darauf hingewiesen, dass wir zwar das
Gefühl haben können, „im falschen Körper“ zu stecken, dies natürlich aber in
Wirklichkeit nicht zutreffen kann, denn es gibt – logischerweise – nur „richtige
Körper“ – man/frau hat nur den einen...! Ich selber bevorzuge übrigens die
„fremd im eigenen Körper“-Formulierung. Ebenso müssen wir wegkommen vom
offensichtlich tief und fest eingeschliffenen
Geschlechtsidentitäts-„Störungs“-Begriff (dysphorie) und uns wieder
darauf besinnen, dass wir es eher mit vielen möglichen
Identitäts-„Varianten“ zu tun haben – oder wie die Frankfurter
Seelendoktorin Dr. Inoszka Prehm es formuliert: „Transsexualität hat so viele
Gesichter, wie es Transsexuelle gibt“.
Die
menschliche Sexualität, die natürlich einen integrierenden Teil des
Transgender-Erlebens ausmacht, hatte im gesellschaftlichen Leben der
bronzezeitlichen und antiken Gesellschaften allerdings einen ganz anderen
Stellenwert als heute: sie wurde gelebt und nicht analysiert oder gar bewertet,
wie dies heute (gerne) der Fall ist – es war eben so...! Und das vorgängig
bereits angemerkte „Kästchendenken“ in Heterosexualität,
Homosexualität, Intersexualität, Transsexualität, Transvestitismus,
Travestie, Androgynität usw. gab es natürlich schon mal gar nicht. Auch wenn
die vier letztgenannten Ausgestaltungen neuerdings also unter dem Generalbegriff
„Transgender“ firmieren, wird sich da auf absehbarer Zeit wohl nur
allmählich etwas ändern – allzusehr hat sich das christliche
„Eindeutigkeitsdenken“ in die Köpfe einzementiert und zu einer katastrophalen
„Vernebelung“der Ausgangspositionen geführt.
Es ist
in der Folge vielfach überliefert, dass das Ausleben der Sexualität in jenen
frühen Zeiten der Menschheit oft sehr zügellos und quer durcheinander erfolgte,
sodass bereits in alttestamentarischen Zeiten gegen die damals offensichtlich
weit verbreitete Freizügigkeit in der Sexualität vehement Stellung bezogen
wurde. So heisst es in der Bibel im 5. Buch Mose (Deuteronium)
22,5:
„Eine Frau soll nicht Männersachen tragen und ein
Mann soll nicht Frauenkleider anziehen: Denn wer das tut, ist dem Herrn, deinem
Gott, ein Greuel“
sowie im
3. Buch Mose 18,22:
„Du sollst
nicht bei Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel“
und
nochmals im Vers 29:
„Denn welche
diese Greuel tun, deren Seelen sollen ausgerottet werden von ihrem
Volk“
Ebenso
heisst es im 3. Buch Mose 20,13:
„Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe,
dann haben sie ein Greuel getan und sollen beide des Todes sterben: Ihr Blut sei
auf ihnen“
und an
anderen Bibelstellen heisst es u.a. noch:
„Wenn ein Mann sich zu einem anderen Mann wie zu
einer Frau legt, haben beide Schändliches begangen. Sie sollten mit dem Tode
bestraft werden, es lastet Blutschuld auf ihnen“ (Leviticus 20,13)
„Du darfst mit einem Mann keinen geschlechtlichen
Umgang haben wie mit einer Frau; es wäre ein Greuel“ (Leviticus 18,22)
Schliesslich heisst im Römerbrief 1, 26-27 noch etwas
ausführlicher:
„Deshalb überliess sie Gott den schimpflichsten
Leidenschaften. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit
dem widernatürlichen. Ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit
der Frau auf und entbrannten in ihrer Begierde gegeneinander: Männer trieben mit
Männern Unzucht und empfingen so den gebührenden Lohn für ihre
Verirrung“
sowie im
Korintherbrief 6, 9 bzw. 13:
„Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte keinen
Anteil am Reich Gottes haben werden? Gebt euch keiner Täuschung hin. Weder
Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch
Knabenschänder...Der Leib dagegen ist nicht für die Unzucht da, sondern für den
Herrn und der Herr für den Leib“
Bereits
in diesen weitzurückliegenden Zeiten gab es somit die bereits erwähnte komplexe
Verbindung von Rollentausch, Gleichgeschlechtlichkeit und Prostitution,
wobei die Aufstellung vorgenannter Verbote und Gebote unzweifelhaft zusammenhing
mit der beim Volke der Kanaanitern zu jenen Zeiten üblichen Tempel- und
Kultprostitution. Hierbei handelte es sich um einen Fruchtbarkeitskult zu
Ehren der Göttin Ashera, der Gattin der semitischen Wetter- und Himmels-Gottheit
Baal. Die in weiblicher Kleidung durch Lustknaben, auch Kedeshim genannt,
ausgeübte Tempelprostitution war den aus Ägypten kommende Juden höchst suspekt.
Aber auch biologische Intersexuelle, Hermaphroditen somit, finden wir in den
alttestamentarischen Schriften der Talmud-Gelehrten noch erwähnt. Sie wurden
dort „Saris“ genannt und auch Jesus sprach noch von den „Eunuchen, die so
geboren sind“. Es heisst dort:
„Er ist ein Mensch, der mit seinen 20 Jahren noch
keine zwei Haare auf seinem Körper hat und bekommt er diese später, so ist er
doch ein Sari. Er hat keinen Bart, seine Haare sind fein und sanft, sein Haut
ist glatt; sein Wasser bekommt keinen Schaum, er uriniert nicht mit einem
anderen, sein Samen ist nicht gebunden, er ist klar wie Wasser, sein Wein ist
nicht sauer. Seine Stimme ist wie die einer Frau“
sowie in
den biblischen Schriften gar über die Kennzeichen weiblicher biologischer
Intersexueller (Ailoniths genannt):
„Ein Weib, welches, wenn sie zwanzig Jahre alt
ist, noch nicht zwei Haare auf dem Körper hat. Sie hat keine Brüste und die
Cohabition ist ihr widrig. Sie hat keinen Mons Veneris (Schamhügel). Sie hat eine männliche
Stimme“.
Wenn wir
das alles so hören, müssen wir uns in diesem Zusammenhang allerdings bewusst
sein, dass in den jahrtausendalten vorchristlichen Zeiten, die Vorherrschaft des
männlichen Prinzips – so wie wir das bis heute in der gesellschaftlichen
Institutionalisierung des Patriarchats erleben („It’s a man’s, man’s, man’s
world“ heisst es überaus ausdrucksvoll bei James Brown) – nicht immer derart
ausgeprägt war.
Denn es
gab in jenen frühgeschichtlichen Zeiten durchaus nicht nur eine Gleichwertigkeit
beider Prinzipien – manifestiert in der „androgynischen Idee des Lebens“
der Antike – sondern davor über lange Zeit eine Dominanz des weiblichen
Prinzips, institutionalisiert in der archaischen Verehrung der „Grossen
Göttin“ bzw. „Grossen Mutter“ bzw. „Magna Mater“ als Urmutter
aller Gottheiten, ob nun männlich, weiblich oder beides.
Hierzu
sei gesagt, dass in jenen vorgeschichtlichen Zeiten Natur und Weiblichkeit eins
waren oder prägnanter formuliert: „Am Anfang war das Weib“, d.h. alles
geschlechtliche Werden geht von der weiblichen Ursubstanz aus. Eine von den
damaligen Menschen bereits erahnte uralte Wahrheit, die in der rasenden
Wissenschaftsevolution der letzten Jahrzehnte mittels aufsehenerregender
Entdeckungen bereits mehrfach bestätigt worden ist: Das männliche Geschlecht
entsteht erst zwei Monate nach der Zeugung durch das Umlegen eines einzigen
Gen-Schalthebels namens SRY-Gen (SRY für Sex-determining Region
Y-chromosome) nur aus der weiblichen
Urstruktur.
Jedermann würde als weibliches Wesen zur Welt kommen,
wenn es im Gen-Programm der Embryonen nicht diesen genetischen Schalthebel geben
würde und nur wenn dieses SRY-Gen in der siebten Schwangerschaftswoche betätigt
wird, kann der bis dahin weibliche Foetus männliche Geschlechtsmerkmale
entwickeln. Mittels einer Kette biochemischer Reaktionen werden aus ursprünglich
weiblichen Organanlagen spezifisch männliche, aus den vorgesehenen Eierstöcken
entstehen Hoden und aus den während zwei Monaten primär weiblichen Embryonen
entwickeln sich schliesslich erwachsene Männer. Und bei Störungen in diesen
kaskadenartig ablaufenden Prozesse ergibt sich dann wieder „ein weites Feld“
unterschiedlichster Formen der biologischen Intersexualität. Mit im
prinzipiellen Sinne jedoch einer ganz anderen Ausgangslage - als sozusagen
vorgeburtlicher „Irrtum der Natur“ - im Vergleich mit der psychischen
Intersexualität (sprich Transsexualität) als nachgeburtlicher „Irrtum des
Menschen“ (ausgetragen im Rahmen eines späteren gesellschaftlichen
„nature-nurture“-Konflikts). Aber die biologische Intersexualität von
Mensch und Tier ist (leider) nicht das Thema des heutigen Vortrags – vielleicht
ein anderes Mal...
Ihr
könnt aus diesen kurzen Ausführungen zur Biologie des Menschen ersehen, wie weit
und wie schnell wir abdriften können in der Materie und deshalb wollen wir nun
endlich zu sprechen kommen auf die bereits kurz erwähnten Fruchtbarkeitskulte
der Bronzezeit rund um die „Grosse Mutter“, die „Magna Mater“, als Symbol
dieser vorher aufgezeigten Ur-Weiblichkeit. Denn in jenen
vorgeschichtlichen Zeiten waren - wie bereits ausgeführt - Natur und Weiblichkeit eins: die
Fruchtbarkeit der Frau, deren biologische Grundlagen damals noch nicht
durchschaut wurden, rief Furcht und zugleich heilige Scheu hervor. Die Menschen
der Frühzeit spürten intuitiv das „Geheimnis des Lebens“, das jede Frau
ganz selbstverständlich (oder auch nicht...!) in sich trägt – die Reproduktion
aus sich selbst mittels der integrierten Existenz einer „(Gebär-)Mutter“(um es
etwas flapsig auszudrücken...).
Die
frühgeschichtlichen Menschen verehrten in einem solchen Sinne die „Magna Mater“
als die Gottheit, die die ganze Schöpfung mit dem kraft- und lebenspendenden
„Blut des Lebens“ (sprich Menstruationsblut in der ursprünglichen
Deutung) durchdrang. Die uralten Fruchtbarkeitsgöttinnen, wie die ägyptische
Isis, die sumerisch-babylonische Tiamat, die semitische Astarte, die syrische
Anath, die griechische Hekate, die keltische Andrata oder die germanische Freya
wurden als „Grosse Göttin“ jedoch dabei nicht nur als Erhalterin des Lebens,
sondern gleichzeitig auch als Todesgöttin dargestellt. Fruchtbar und furchtbar
waren Begriffe, die zusammengehörten im „Magna Mater“-Mythos oder wie der
Historiker Erich Neumann es ausdrückte: „Tötung, Opfer, Zerstückelung und
Blutdarbringung sind magische Instrumente der
Fruchtbarkeit“
Es
wurden in diesem rituellen Denken dabei besonders Blutopfer –
nichtzuletzt Menschenopfer vorwiegend männlichen Geschlechts – gefordert, denn
in jenen Urzeiten der Menschheitsgeschichte galt nur das Blut – und ganz
besonders Menstruationsblut – als Medium der Fortpflanzung des Lebens von Sippe
oder Stamm („Blut des Lebens“). Auch in heutigen Zeiten finden wir noch
solche Assoziationen mit Begriffen wie „Blutschande“ (Inzest), „Blutrache“ oder
„Blutsbruderschaft“ erhalten geblieben.
Auch in
den vielen weltweiten Schöpfungsmythen ist diese uralte Blut-Symbolik enthalten.
Beispielsweise in der babylonischen Vorstellung der „Grossen Göttin“ Ninhursag
(das Gegenstück zur ägyptischen Muttergöttin Hathor), die die Menschen aus Lehm
gemacht habe und ihnen das „Blut des Lebens“ einflösste. Sogar der biblische
Name Adam liegt diese Art Magie zugrunde, denn das weibliche „adamah“
bedeutet „blutiger Lehm“, wurde jedoch später im euphemistischen Sinne
mit „roter Erde“ übersetzt. Eine ähnliche Blut-Symbolik finden wir
beispielsweise heutzutage gleichfalls noch erhalten geblieben im Auslegen des
„roten Läufers“ für hohe Staatsgäste – lang, lang ist’s
her....
Zurückkommend auf die eigentliche Thematik dieses
Vortrags kann deshalb – in stark vereinfachter Form allerdings – gesagt werden,
dass für die alten Völker des Orients in ihrer alles umfassenden Verehrung der
„Grossen (Mutter-)Göttin“ die vorbeschriebene Blut-Symbolik einen überaus
überragenden Stellenwert in ihrem gesellschaftlichen Verständnis von Leben, Tod,
Fortpflanzung und Transgender-Manifestation
hatte.
Deswegen
versuchten die Männer an diesem Fruchtbarkeits-Syndrom der Frauen teilzuhaben
und dies ganz besonders über die Handhabung der rituellen Kastration. Die
primitive Absicht dabei war zweifellos – im magischen Sinne und in Anlehnung an
mythologischen Ueberlieferungen – einen männlichen Körper in einen weiblichen zu
verwandeln, indem die (überflüssigen) baumelnden Genitalien durch ein blutendes
„Loch“ – als Imitation des Menstruationsvorganges – ersetzt wurden. Sämtliche
Mythologien der Welt legen in der Folge dann auch den Schluss nahe, dass die
Männer, bevor sie ihrere reproduktive Rolle verstanden, versucht haben,
sich selbst zu „Frauen“ zu machen – in der Hoffnung dadurch eine ähnliche
Fruchtbarkeit wie die biologischen Frauen zu
erhalten.
Diesbezüglich gut überliefert ist beispielsweise der
Fruchtbarkeitskult um die „Grosse Göttin“ Kybele, beheimatet im
sumerischen Kleinasien, im Königreich Phrygien rund um die Stadt Hierapolis. Das
damit verbundene Fruchtbarkeitsbrauchtum, vergleichbar mit dem griechischen
Artemis- bzw. dem römischen Diana-Kult, verbreitete sich in späteren Zeiten
durch den Aufstieg Roms zur „Weltmacht“ (aber nichtzuletzt auch durch das
ungezügelte Zutun verschiedener bizarrer Kaiser wie Caligula und Caracella) im
gesamten römischen „Weltreich“ jener Tage.
Der Kult
geriet vor allem durch die in Frauenkleidern auftretenden Weibmann-Priester,
Galli genannt, zu einem riesigen religiösen Spektakel, wobei vor allem beim
sogenannten Frühlingsfest auch das Volk ausser Rand und Band geriet. Es wurden
ekstatische Zeremonien bis zum oft tödlichen Exzess zelebriert, wobei die
Kastration des Mannes mit wahrer Inbrunst betrieben wurde, d.h. die Priester und
mit ihnen viele Gefolgsleute entmannten sich dabei selber (wie dies heutztage
noch die indischen Hrinjas praktizieren) und warfen ihre abgeschnittenen
Genitalien während der Umzüge in die Häuser, deren Besitzer sie daraufhin mit
weiblicher Kleidung ausstatten mussten.
Dieser
Kastrations-Mythos wurde auf den entmannten Hohepriester Attis der „Grossen
Göttin“ Kybele zurückgeführt, der wegen seiner Untreue zur Strafe „impotent“
gemacht wurde bzw. werden sollte. Andere Quellen sprechen davon, dass die
Mutter-Göttin, die „Dea Syria“, die abgeschnittenen Genitalien der entmannten
Priester und deren Jünger gewaschen und gesalbt und sie dann der Erde übergeben
habe, sozusagen als (überaus blutiges) Vegetationsopfer. Als sich dann diese
syrische Ursprungsform des Kybele-Kults ab 200 v. Chr. auch in der Stadt Rom
selbst auszubreiten begann, wurden die Kastrationstechniken allmählich
verfeinert, d.h. dieselben wurden daraufhin bei lärmender, ekstatischer Musik
und Gesang mittels eines gezielten Schnittes mit dem Zeremonienschwert
durchgeführt. Die ursprüngliche Kultstätte der Kybele ist übrigens auch
heutztage noch im heutigen Syrien bei der Stadt Tambuk-Kalessi zu
besichtigen.
Eines
der am besten gehüteten Geheimnisse der frühen Christenheit war übrigens die
Aufforderung an den speziellen inneren Kreis der Eingeweihten sich selbst zu
entmannen um durch diesen Beweis der Keuschheit die grössere Gottesgnade zu
erhalten. In der Bibel heisst es dazu: „Manche sind von Geburt an zur Ehe
unfahig....manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen.
Wer das erfassen kann, der erfasse es“ (Matthäus
19,12).
Eine
solche aufsehenerregende Belebung der rituell-religiösen Kastration fand
übrigens zu neueren Zeiten statt innerhalb der 1775 gegründeten russisch-rumänischen Sekte der
Skopzen, wobei diese der Meinung waren, dass die Entfernung ihrer
Genitalien ihnen weitreichende spirituelle Kräfte verleihen würde – der
„verrückte Mönch“ Rasputin, Berater der Zarenfamilie, war Mitglied dieser sich
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in bedrohlicher Weise ausbreitende
Skopzen-Sekte...
In
diesem vorher zitierten Zeitraum der Bronzezeit und der Antike wurde wie gesagt
die Nähe zur Natur mit ihrem rhythmischen Auferstehen und Erstarren oft über den
dauerhaften oder auch nur temporären Geschlechtswandel gehuldigt. In
darauffolgenden Zeiten, als das männliche Prinzip sich immer mehr durchzusetzen
begann, verlagerte sich das Ganze dann immer mehr in die „himmlischen Sphären“,
weg von „Mutter Erde“ (biblischer Text: „Macht Euch die Erde
untertan“). Und das Christentum sollte dann die äusserste Hybris, den
symbolischen „Muttermord“, begehen, indem es eine ausschliesslich männliche
Theologie schliesslich begründete – allerdings unter den gravierendsten und
eklatantesten Umdeutungen natürlicher, menschlicher und geschichtlicher
Wahrheiten. In der Villa Albani zu Rom beispielsweise befindet sich eine antike
Skulptur der damaligen Himmelskönigin Diana – in der Gestalt der vielbrüstigen
Artemis –, von der die christlichen Evangelien „die völlige Zerstörung
aller Tempel der Diana, der Grossen Göttin, die von der ganzen Provinz Asien
und von der ganzen Welt verehrt wird“ verlangten. Weiter heisst es
darin:
„Aber es will
nicht allein unserm Handel dahingeraten, dass es nichts gelte, sondern auch
der Tempel der Grossen Göttin
wird für nicht geachtet werden, und wird dazu ihre Majestät untergehen, welcher
durch ganz Asien und Weltkreis Gottesdienst erzeigt“ (Apostel
19,27).
Die
streitbare amerikanische Feministin Camille Paglia („Die Masken der
Sexualität“, Berlin 1993) sagt zur regelmässig aufflammende
Natur-Kultur-Diskussion im religiös-geschichtlichen Sinne (Transgender-Denken
als Folge) hierzu u.a.:
„Das Buch der
Genesis ist eine männliche Unabhängigkeitserklärung von den uralten
Mutterkulturen. Am Anfang war nicht das Wort, sondern die Natur
(d.h. „das Weib“). Deren
unermesslicher und unergründlicher Charakter wurde nicht von einem „Männer“-Gott
verkörpert, sondern durch die Fruchtbarkeit einer „Grossen Mutter““
Der
Transvestitismus als solcher war jedenfalls aus den damaligen vorchristlichen
Stadtkulturen nicht wegzudenken und auch im geselschaftlichen Sinne gleichfalls
völlig integriert – inklusive der damit zusammenhängenden Prostitutionsvorgänge.
Wir hörten bereits von der Tempelprostitution der „Kedeshim“-Lustknaben in
weiblicher Kleidung und Aufmachung zu Ehren der Muttergöttin Ashera in Kanaan,
auf die die unterschiedlichen, bereits erwähnten biblischen Ver- und Gebote wohl
zurückgeführt werden können.
Bei den
Babyloniern galt die Göttin Ischtar als doppelgeschlechtlich und (bereits) dem
„himmlischen“ Venus-Stern geweiht: abends weiblich, morgens männlich. Dabei
wurde sie oft dargestellt in einer vertikalen Teilung mit einer linken,
weiblichen und einer rechten, männlichen Hälfte sowie mit aus ihren Schultern
wachsenden Pflanzen, oft auch mit Bart – ihr Geliebter war der Vegetationgott
Tammuz (Urform von Thomas). Typisch für diesen Kult um die „Magna Mater“ Ischtar
waren die weibmännlichen Kultpriester, die Kurgaru oder Asinnu
genannt wurden und deren „Männlichkeit“ Ischtar in „Weiblichkeit verwandelt
hatte.
Ausser
bei den orgiastischen Festen zu Ehren wirkten diese Kultdiener auch mit beim
Neujahrsfest zu Babel sowie bei den üblichen grösseren Kranken- und
Hexen-Beschwörungszeremonien. Und im rein geschlechtlichen Sinne war ihr
Verhalten zweifellos homosexuell, doch wie bereits vorgehend auseinandergesetzt,
dachten die damaligen Menschen – so ist wohl anzunehmen - sich nichts bei diesen
gleichgeschlechtlichen Kontakten – es war eben so! Allerdings dürfte in diesem
Denken natürlich die damalige Fortpflanzungsungewissheit hinsichtlich des
männlichen Anteils daran sicherlich eine entscheidende Rolle gespielt
haben.
Stets
gilt es jedoch bei den vielen Geschlechtswandel-Manifestationen im Rahmen der
Fruchtbarkeitskulte im Kleinasien der Bronzezeit bzw. der griechisch-römischen
Antike an die dem Ganzen zugrundeliegenden „androgynische Idee des
Lebens“ zu erinnern.
Diese
besagt, dass die Zusammenlegung beider geschlechtlicher Potenzen eine höhere
Wirkächtigkeit darstellt als jede für sich, d.h. die Geschlechter sind für ihre
gesellschaftliche Verwirklichung auf einander angewiesen. Und dies manifestiert
sich durch die gelebte Androgynität als die Sehnsucht nach der Einheit,
nach der Ueberbrückung der Gegensätze bzw. derer Ueberwindung – nach Harmonie
somit. Wobei diese Sehnsucht auch die Suche nach dem Früheren, nach dem
Verlorengegangenen, nach dem Paradies der Mehrwert-Lebensmöglichkeiten
beinhaltet – sozusagen nach dem Anfang von Allem. Und dieses ursprüngliche
Denken ist auch dafür verantwortlich, dass in den Welterklärungsmustern jener
alten Zeiten dies alles eine überaus herausragende Rolle spielte, nichtzuletzt
als Reaktion darauf in den vielen alttestamentarischen Schriften bzw.
darauffussenden biblischen Texten, wie wir schon mehrmals
erwähnten.
Besonders ausgeprägt finden wir diese „androgynische
Idee des Lebens“ in der griechischen Mythologie aber auch im Alltag – die
allgegenwärtigen doppelgeschlechtlichen Tendenzen besonders im antiken
Griechenland (aber auch im antiken Rom) haben dabei vor allem die Kluft zwischen
heterosexueller und homosexueller Liebe überbrückt, die in der gängigen
„Meister-Schüler“-Beziehung (auch Päderastie genannt) ihre
gesellschaftlich anerkannte
Institutionalisierung fand. Der zur Zeit laufende Missbrauchs-Prozess
gegen den amerikanischen Popstar Michael Jackson beweist, wie aufsehenerregend
diese Problematik heutzutage zum Tragen kommen
kann.
Gerade
die Griechen spielten die Männlichkeit des Mannes und dieWeiblichkeit der Frau –
bei anderen Völkern und im Monothismus geradezu zwingend betont – eher herunter.
Und in der idealisierten, in zahlreichen Abbildungen und Statuen verherrlichten
Darstellung des Hermaphroditen wurde die Trennung gar völlig aufgehoben,
allerdings mit einer Teilung diesmal im horizontalen Sinne, d.h. meistens oben
„weiblich“ mit Busen, unten „männlich“ mit Genitalien und mit „männlicher“,
schlanker Figur (das Urbild der Magna Mater dagegen zeigt dagegen immer stark
ausgeprägte weibliche Geschlechtsmerkmale (vor allem üppiges
Becken)).
Aus
diesem Androgyn-Kult der Gleichwertigkeit des männlichen und des weiblichen
Prinzips ging auch die Vorliebe der Griechen für rituelle transvestitische
Veranstaltungen vielerlei Art hervor – bei religiösen Festen pflegten selbst
Männer, die sich ausschliesslich heterosexuell verhielten, in Frauengewändern zu
erscheinen. Wie beispielsweise im Rahmen der speziell auf die Oberschicht
bezogenen Dionysos- und Herakles-Kulte in Athen und
Rom.
Zum
Herakles-Kult auf der heutigen Ferieninsel Kos hiess es beispielweise in der
entsprechenden Üferlieferung: „Ebenso kleideten sich bei den Mysterien des
Herakles die Männer in Frauenkleidern, damit der Samenkeim nach der Rauhheit des
Winters zu erweichen anfängt“ - ein deutlicher Hinweis auf den damals
allgegenwärtigen Bezug zwischen Geschlechtswandel (im sozialen Sinne hier also)
und Jahreszeitenwechsel (wie bereits bei den Sumerern aufgezeigt). Aber auch von
diversen bekannten griechischen Philosophen wie Platon, Sokrates und Agathon ist
eine solche Travestie überliefert worden.
Bezüglich des gleichfalls allgegenwärtigen
Päderastie-Vorkommens in der griechischen Gesellschaft sei noch vermerkt, dass
zu den weniger respektablen Auswüchsen nichtzuletzt auch eine überaus
florierende Knabenprostitution auf Athens Strassen gehörte. Die
Knabenprostituierten gingen dabei in weiblicher Kleidung und Aufmachung die
Strassen auf und ab und wurden als „Schande“ betrachtet, hervorragend und
witzig dokumentiert durch ein Athenisches Sprichwort jener Tage, in dem es
hiess: „Es ist leichter, fünf Elefanten in der Achselhöhle zu verstecken als
einen jener Knaben“.
Möglichst schrill war also bereits zu jenen Zeiten
angesagt und wie sich die Geschichte wiederholt, zeigen die 90er Jahre im
Pariser „Bois de Boulogne“, dem damaligen Transvestiten- und
Transsexuellen-Dorado par excellence mit zeitweise an die tausend (männlichen)
Prostituierten – oder wie es süffisant in den Medien hiess: „Das grösste
Bordell der Welt“.... Mit rigorosen und manchmal brutalen
Polizeiaktionen wurde „die Schande“ – so der damalige Bürgermeister von Paris
und heutiger französischer Staatspräsident Jacques Chirac – wieder
beseitigt und zu relativ „normalen“ Verhältnissen zurückgekehrt. Und auch im
Spiegel (38/1995) erschien in jenen „wilden 90er Jahren“ eine ausführliche
Reportage über ähnliche Zustände im Gewerbegebiet „Gross Rimini“ an der
italienischen Adria-Küste – Man(n) gönnt sich ja sonst
nichts...!
In
seinem Esay „Über die androgynische Idee des Lebens“ hat übrigens der
Amsterdamer „Professor L.S.A.M. von Römer“ im Jahre 1903 – im Rahmen der von
Magnus Hirschfeld herausgegebenen „Jahrbücher für sexuelle
Zwischenstufen“ (V. Jahrgang, 1903) -
auf diese so überaus zahlreichen zwischengeschlechtlichen Aspekte in der
griechischen Mythologie und Gesellschaft hingewiesen. In einer Neu-Edition
dieser Jahrbücher der Jahrgänge 1899-1923 (Frankfurt a. Main/Paris 1984) heisst
es dazu im Vorwort (ich zitiere):
„Die von 1899-1923 erschienenen Versuche
zu einer synoptischen (gleich
vergleichenden) Neuortung eines fliessenden Übergangs von Mann und Frau.
Entstanden im Berlin der Jahrhundertwende sind sie selbst der Spiegel eines
schillernden Zwitters von engagierter Subjektivität und voyeuristischer
Wissenschaft. Stärker als auch im ersten Band der Auswahl steht im Mittelpunkt
dieses zweiten Bandes die These vom „Dritten Geschlecht“ (durchaus
vergleichbar mit der „Kleinen Lösung“ des TSG) und vom „Androgynen Mythos“.
Die mann-weibliche Zwischenstufentheorie wird hier anthropologisch und
kulturhistorisch fundiert. Sichtbar werden soll der Phänotyp des „Intersexuellen
Menschen“. Die Faszination , die von jeher körperliche und seelische
Zwischenformen der Geschlechter ausüben, hat auch eine religiöse, eine mythische
Dimension. In fast allen Weltentstehungsentwürfen wird die esoterische
Vorstellung einer höchsten androgynen Gottheit erkennbar. Das nichtzuletzt
dadurch bestimmte Ideal der männlich-weblichen Ganzheit klingt an in der sich
bis heute fortsetzenden Suche nach einer umfassenden Geschlechtsidentität. Die
Besonderheit dieses Menschenbildes wird von den Autoren gefordert, beschrieben,
interpretiert“
Dem ist
nichts hinzuzufügen und wer es dann noch immer nicht glauben will, der gehe in
die Museen. Denn derartige Zeugnisse der Doppelgeschlechtlichkeit in der
griechischen Kulturlandschaft, wo das Motiv des Hermaphroditos von den
griechischen Bildhauern und Malern in zahlreichen Statuen und Bildern verewigt
worden ist, finden sich beispielsweise insbesondere im Louvre-Museum zu Paris,
wo diverse Bronzen von Hermaphroditen mit hochgehobenen Kleidern in fast
pornografischen Posen zu sehen sind, sowie im römischen Museo Nazionale. Aber
ebenso sind in den niederländischen Antiken-Museen von Leiden und Amsterdam
verschiedene unbekleidete Statuen im doppelgeschlechtlichen Sinne zu bewundern,
d.h. mit Busen und weiblichen Körperformen aber mit Glied, ähnlich wie die
typische Louvre-Bronze mit Hermaphroditos, Satyr und Priapos. Weiter gibt es
solche Darstellungen gleichfalls im
Berliner Pergamon-Museum zu sehen, während das doppelgeschlechtliche
Dionysos-Motiv beispielsweise auch zu finden ist im berühmten „Relief
Colonna“-Wandgemälde (Colonna = römisches Adelsgeschlecht – siehe auch Stich von
Montfaucon dazu). Die Darstellung der „androgynischen Idee des Lebens“ findet
sich als doppelgeschlechtliches Hermaphroditos-Motiv weiter auch auf einem
Gemälde in der antiken römischen Stadt Herculaneum, die durch den Vesuv-Ausbruch
79 v. Chr. verschüttet wurde.
Und
denken wir an die berühmte Legende um die Gottheit Hermaphroditos selber, Sohn
der Gottheiten Hermes und Aphrodite, und die damit verknüpfte Legende um die
Salmakis-Quelle, über die diese beiden Götter verfügten, dass fortan jeder Mann,
der in der Quelle baden würde, dem Wasser als „semi vir“ (halb Mann, halb
Frau) entsteigen sollte und weibliche Charakterzüge entwickeln würde. Ganz zu
schweigen von der ebenso berühmten Legende des Sehers Teiresias: männlich
geboren, wurde er von den Göttern in eine Frau und dann wieder zurück in einen
Mann verwandelt wurde....Schliesslich sei noch verwiesen auf das androgyne
Gedankengut in Platons „Gastmahl des Aristophanes“-Werk, in der es drei
Geschlechter in Kugelgestalt gab, d.h. neben den Männern und den Frauen auch
noch die androgynen Mann-Frau-Gestalten usw. – kurzum: die griechische
Mythologie ist unerreicht in ihrer kulturhistorischen Darstellung der
„androgynischen Idee des Lebens“
Kommen
wir jetzt zu einer ganz anderen zwischengeschlechtlichen Thematik und zwar zur
Tatsache, dass bei den Ur-Indianern Amerikas – und hier ganz besonders
ausgeprägt bei den Indianern Nord-Amerikas – es nicht zwei bzw. drei
sondern gar vier Geschlechter gab bzw. gibt, d.h. zusätzlich zu den beiden
bestehenden Geschlechtern noch das des sogenannten Weibmannes (Man-zu-Frau-TS)
und das des Mannweibes (Frau-zu-Mann-TS), wobei die Begriffe Weibmann und
Mannweib übrigens aus dem Standardwerk „Die Medizin der
Talmudisten“ (Berlin/Leipzig 1885) von Joseph Bergel stammen und noch
allgemein gebräuchlich sind im wissenschaftlichen Sinne. Die Berichte über die
angetroffenen sozialen Zustände und sexuelle Verhaltensweisen der dort
ansässigen indianischen Prärievölker stammen dabei hauptsächlich aus dem 18. und
19. Jahrhundert im Rahmen des „Grossen Trecks“ auf dem nordamerikanischen
Kontinent in Richtung Westen.
Verschiedene der dort beobachteten Bräuche sind sogar bis
in heutigen Zeiten, allerdings sehr versteckt, erhalten geblieben, jedoch erst
in neuerer Zeit ist ein echtes Interesse der Amerikaner an ihren eigenen
indianischen Ur-Kulturen festzustellen. Für den grösseren Teil des alten
Brauchtums dürfte dies jedoch bereits zu spät sein: Die Ursprünglichkeit der
Indianer ist weitgehend verschwunden, die Anpassung an den westlichen Standards
zu weit fortgeschritten und das überlieferte Wissen in und ausserhalb der
Reservate bereits grösstenteils eliminiert worden. Diesbezüglich hat der
siebenfach Oscar-gekrönte Spielfilm Kevin Costners „Der mit dem Wolf
tanzt“ die Botschaft der Indianer (speziell der Sioux) – von mir als
(naturverbundenes) „indianisches Denken“ bezeichnet - , wieder in den
Mittelpunkt des Interesses gerückt und zu einem gewissen Umdenken geführt –
viele alte Bräuche der indianischen Ur-Indianer sind wieder sichtbar geworden
und derart wurde beispielsweise auch der der traditionelle
„two-spirited-people“-Mythos
(wieder-)belebt.
Hierzu
sei im erläuternden Sinne zu sagen, dass die spanischen „Conquistadores“
(Eroberer) nach der Entdeckung der Neuen Wel“ durch Christoph Columbus Ende des
15. Jahrhunderts dort auch die historische Institution des „bardaje“ antrafen,
inklusive einer allgegenwärtigen Homosexualität, gegen die die Spanier –
insbesondere der Klerus - gnadenlos vorgingen. Der erste spanische Historiker
der Neuen Welt, Pietro Martiere d’Anghiera, der den „Conquistador“ Vasco Nunez
de Balboa im damaligen Panama begleitete, wusste folgendes zu berichten (ich
zitiere):
„Widernatürliche
Unzucht: Vaschus (Vasco) fand das Haus diese Königs verunreinigt durch die
abscheulichste widernatürliche Unzucht (sprich Analverkehr). Denn er fand des Königs
Bruder und viele andere junge Männer in Frauengewändern, elegant und weibisch
gekleidet, welche dem Bericht jener zufolge, welche in seiner Umgebung lebten,
er mit widernatürlicher Liebe missbrauchte. Von diesen befahl Vaschus etwa
vierzig an der Zahl seinen Kampfhunden zum Frass
vorzuwerfen“
Dazu
gibt es unzählige Chroniken und Reiseberichte über diese spezielle Art der
männlichen Homosexualität vor allem in den höheren Kreisen – in Anlehnung an das
arabische Wort “bardaj“ bzw. „barah“ (Lustknabe, männliche Prostituierte, junger
Gefangene) wurden die dabei einbezogenen jungen Männer – mit sozialem
Geschlechtswandel und sich beim Geschlechtsverkehr passiv verhaltend – wie
bereits vorher erwähnt Bardaje
genannt. So schrieb Fernando de Ovieda in seiner „Historia general y natural de
los Incas“ (ich zitiere):
„In vielen Teilen
des Festlandes praktizieren die Indianer Sodomia. Sehr üblich ist die
abscheuliche Sünde wider der Natur sogar in der Oeffentlichkeit. Die Indianer,
soweit sie Häuptlinge sind oder dem Adel angehören und dergestalt sündigen,
haben Jünglinge, mit denen sie dieser verdammungswürdige Sünde frönen, und jene
willigen Jünglinge, sobald sie in der Schuld verfallen, kleiden sich in naguas
(Röcke), wie Frauen...und sie
legen sich Perlenketten und Armbänder und anderen Frauenschmuck an; sie üben
sich weder im Gebrauch von Waffen, noch tun sie etwas, was Männern angemessen
wäre, sondern sie verrichten die üblichen Aufgaben im Hause wie Fegen und
Waschen und sonstige weibliche
Arbeiten“.
„Der
Mann in Frauenkleidern“, der Bardaje, war somit mehr oder weniger
gesellschaftlich anerkannt und da die Homosexualität besonders in den höheren
Kreisen als solche überaus
gesellschaftsfähig war, bildete nur der soziale Status –
inklusive der damit verbundenen passiv-homosexuellen Rolle - das auslösende
Element zum sozialen Geschlechtswandel. Ähnliche Konstellationen finden wir auch
heute noch bei verschiedenen Stammesvölkern Mittel- und Süd-Amerikas wie beim
Stamm der Puelche im argentinischen Patagonien und bei den benachbarten
Araukanern in Chile (Machi-Status) aber auch in den arabischen Golfstaaten wie
speziell Oman (Xanith-Status).
Zurückkommend auf die nordamerikanischen Ur-Indianer kann
gesagt werden, dass hier die Existenz des vorgenannten Bardajentums – dort
Berdachen genannt – relativ ungestört weiterleben konnte in den
darauffolgenden Jahrhunderten, da die Spanier und Portugiesen nicht so weit
nördlich auf Dauer vordrangen. Das nordamerikanische Berdachentum der Indianer
war auch dort allgegenwärtig und zwar in einer überraschenden Häufigkeit von bis
1:100 – allerdings waren die Erscheinungsformen von Stamm zu Stamm stark
varierend. Auch die Bezeichnungen für die im Sinne Joseph Bergels als Weibmänner
bezeichneten Personen waren sehr unterschiedlich: So hiessen sie bei den
Zuni-Völkern in der Gegend von Las Vegas „La’mana“, die Indianer des
Krähen-Stammes in Indiana nannten sie „Bote“ (wörtlich übersetzt: „weder Mann
noch Frau“), die Navahos hatten die Bezeichnung „Nadle“ oder auch
„Nadleehè“, während die Pueblo-Indianer die Institution des „Mujaredo“
(„der zum Weib gemachte“) kannten. Die heute allgemein übliche
Bezeichnung „Winkte“ (vom Oglala-Wort „winktepi“) ist neueren Datums und zwar
seit das Berdachen-Phänomen in den USA intensiver untersucht wurde (galt bis
anhin nur als „indianische
Homosexualität“...).
Diesbezüglich ganz intensiv unter die Lupe genommen wurde
dabei der Stamm der Mohave, links und rechts des Colorado-Flusses in Kalifornien
und Arizona – die Berdachen wurden dort „Alyha“ genannt und waren eingebettet in
ein gesellschaftliches System unglaublich freizügiger Sitten und Gewohnheiten,
wobei sämtliche abweichenden sexuellen Erscheinungsformen vertreten waren: Die
Liste ihrer sexuellen Riten und Freizügigkeiten liest sich fast wie ein
pornografisches Sex-Handbuch aus heutigen
Zeiten.
Die
Alyha-Berdachen waren keineswegs – wie heute in den westlichen Gesellschaften
normalerweise der Fall – an den Rand der Gesellschaft gedrängt, sondern nahmen
eine anerkannte gesellschaftliche Stellung an, bis zur Position des
„Medizinmannes“. Es gab hierzu ein hochentwickeltes Initiationsritual,
das sehr oft auf Basis von Träumen der Mutter die Bestimmung der
Alyha-Kandidaten festlegte. Die Mohave glaubten, dass, wie sie sagten, „im
Herzen des Kindes der Wunsch entstand als Alyha zu leben“, es anfangen würde,
sich auch anders zu verhalten und beispielsweise die Spielsachen des eigenen
Geschlechts bzw. dessen Kleidung abzulehnen. Ein solcherart „betroffener“ Junge
bevorzugte dann eben Puppen und spielte damit wie ein Mädchen, während im
umgekehrten Falle (gab es allerdings wesentlich weniger) das Mädchen Puppen
ablehnte und mit Pfeil und Bogen spielte.
Abgesehen davon, dass eine Alyha-Neigung somit als von höheren Mächten initiiert
angesehen wurde, so akzeptierte aber auch die indianische Gesellschaft auf der
Grundlage eines bereits im frühen Kindesalter (etwa 10 Jahre) ausgeklügelten
Initiationsrituals den Übergang des männlichen Kindes in die Gruppe der Frauen
bzw. des weiblichen Kindes in die Gruppe der Männer – es war dies alles bestens
organisiert. Stets wurde jedoch auch scharf darauf geachtet, dass die Rolle des
angenommenen Geschlechts perfekt dargestellt wurde und vom Moment der Initiation
mussten die betreffenden „Transsexuellen mit sozialem Geschlechtswandel“ (kann
man/frau ruhig so sagen...) das Verhalten des anderen Geschlechts dann auch bis
in die kleinsten Einzelheiten kopieren – „hört, hört“ kann ich dazu nur
süffisant bemerken...!
Bei den
Yurok-Indianern waren die Berdachen – dort Wergern genannt - überaus stark vertreten – es heisst gar,
dass einer von hundert Männern es in diesem Stamm vorzog die Rolle der
Frau zu übernehmen, sowohl in sozialer als auch in sexueller Hinsicht. Die
Wergern-Berdachen wurden hochverehrt und stiegen zu äusserst angesehenen
Medizinmännern und sogar Häuptlingen auf: ihnen wurden dabei oft auch die
höchsten Ehren übertragen, die diese festgefügten Stammesgesellschaften zu
vergeben hatten, d.h. das Berühren und Bestatten von Verstorbenen. Bei
Begräbnissen und Trauerfeiern fiel ihnen in der Folge normalerweise auch die
Funktion des Vorsängers und Vortänzers zu. Ein ganz tolles Buch mit vielen
hochinteressanten Gegebenheiten zu dieser indianischen Berdachen-Thematik ist
übrigens die Dissertation der Ethnologin Dr. Sabine Lang aus Hamburg mit dem
Titel „Männer als Frauen, Frauen als Männer. Geschlechtsrollenwechsel bei den
Indianern Nord-Amerikas“ (Hamburg 1990).
Weiter
fand ich bei der Recherchearbeit für meine beiden TS-Bücher in einem taz-Artikel
vom 08.03.1994 mit dem Titel „Weibmänner und Mannweiber“ viele
hochinteressante Einzelheiten über das derzeitige Berdachentum bei den
Navaho-Indianern – sie werden dort jetzt Nadleehè genannt. Der Stamm der
Navaho-Indianer (eigener Name „Diné“) ist übrigens der heute volksreichste (bis
zu 160'000 Stammesmitglieder) und durch Ölkonzessionen reichste indianische
Gemeinschaft in den USA. Im genannten Zeitungsartikel hiess es seitens des
Nadleehès Wesley Thomas u.a.:
„Ein richtiger,
traditioneller Nadleehè (heisst
gewandelt) ist in der Navaho-Gesellschaft auch heute noch ein Mensch, der als
Mann geboren ist, aber zu hundert Prozent als Frau gilt. Nicht wegen seiner
sexuellen Vorlieben, sondern wegen der Arbeit, die er verrichtet. Dasselbe gilt
umgekehrt für weibliche Nadleehè, die als Mann leben und
arbeiten“.
Aus dem
Interview geht weiter hervor, dass die Navaho-Indianer auch heutzutage
tatsächlich noch vier Geschlechter kennen: Die Frauen als das erste, die Männer
als das zweite, die Mannweiber als das dritte und die Weibmänner als das vierte
(man/frau achte auf die vielsagende Reihenfolge...!). Ausser dem biologischen
Geschlecht („sex“) gibt es im ebenbürtigen Sinne noch die soziale
Geschlechterrolle („gender“) und damit hoffentlich ein perfektes Abbild des
jetzt aus den USA herübergekommenen Transgender-Denkens in unseren Köpfen –
lang, lang hat’s gedauert...! Allerdings gibt es zu beachten, dass das ursprüngliche indianische
Berdachentum sich nur auf der Grundlage der damaligen strengen,
geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung indianischer Ur-Kulturen entwickeln
konnte – die entsprechende Spezialisierung war typisch indianisch und heutzutage
in den modernen Gesellschaften natürlich nicht mehr aufrecht zu
erhalten....
Die
Nadleehès gelten als sogenannte „two-spirited-people“, also als Wesen,
die zwei „Geister“ oder Seelen in sich vereinen, und gelten – wie in früheren
Zeiten – als besonders inspiriert und befähigt. Sie werden wie schon immer zu
religiösen Handlungen herangezogen und gelten in den Augen der Stammesmitglieder
als „wohlhabend“ – allerdings nicht mehr
unbedingt im materiellen Sinne wie einst sondern eher in der Bedeutung
von „reich an Wissen“. Eine sehr schöne Assoziation, die ich auch für
mich in Anspruch nehme:
Ich bin
sozusagen ein Nadleehè aus Maastricht zu Besuch beim Stamme der
TXKöln-Indianer...
Weiter
berichtet Wesley Thomas, dass er feste Beziehungen zu männlichen Personen unterhält und dabei sein Nadleehè-Status
dominiert, d.h. der sogenannte Genderbereich in den Beziehungen ausschlaggebend
ist. Hierzu führt er aus:
„Wer schwul oder lesbisch ist, verkehrt mit
Personen vom selben Sex und selben Gender. Wenn ich als Nadleehè einen Mann
liebe, gehören wir zwar zum selben biologischen Geschlecht aber nicht zum selben
sozialen Geschlecht. Wir werden eben nicht als gleichgeschlechtlich betrachtet.
Ich werde ja auch nicht als Mann klassifiziert: ich bin eine Frau. Meine
Lebenspartner sind deshalb auch keine homosexuelle sondern heterosexuelle
Männer“.
So weit
so gut, aber – und das dürfte für die Ohren der hier Anwesenden vielleicht doch
irgendwie überraschend klingen – das Ganze („Theater“ hätte ich fast gesagt)
geht soweit, dass, würde Wesley Thomas als Weibmann eine (biologische) Frau
lieben, er für seine Familie und seinen Stamm dann geradezu als Homosexueller
gelten würden. Und das würde durchaus negativ sanktioniert
werden...!
Und wie
komme ich jetzt zum Wirken Magnus Hirschfelds im kaiserlichen Berlin von vor
hundert Jahren und darauffolgenden republikanischen Jahren? Nun, von diesem
berühmten Berliner Sexualforscher der ersten Stunde (1868-1935) stammt die für
die damalige (wilhelminische) Zeit der überzogenen „Männlichkeit“ überaus
provozierende aber gleichzeitig auch weitsichtige
Aussage:
„Der Mensch
ist nicht Mann oder Weib sondern Mann ùnd Weib“
Es ist dies
ein (Glaubens-)Bekenntnis, das wunderbar anknüpft bei der bereits besprochenen
„androgynischen Idee des Lebens“ und das auch deswegen zu meinem ganz
persönlichen Credo geworden ist (siehe auch hierzu www.johanna16.freeler.nl , HAMBURG). Denn diese Aussage ist wahrhaft pures „Transgender-Denken “ und bestens
geeignet das in unserem gesellschaftlichen Kontext so dominierende „männliche
Prinzip“ der geschlechtlichen Eindeutigkeit in die Schranken zu
weisen.
Magnus
Hirschfeld wurde jedoch nicht nur hierdurch bekannt, sondern auch durch die
Gründung 1919 des „Berliner Institutes für Sexualwissenschaft“, das 1933
im Rahmen der damaligen „Bücherverbrennung“-Aktionen von den Nazis geplündert
und zweckentfremdet wurde. Seine dort angesammelten über 12'000 Schriften wurden
öffentlich auf dem Scheiterhaufen in Brand gesteckt – damals munkelte man
nichtzuletzt deswegen, da im Institut viele Nazis als Patienten geführt
wurden...
Im
Rahmen seiner vielschichtigen Sexualforschungsarbeiten waren besonders die von
ihm herausgegebenen „Jahrbücher für sexuelle Zwischenstufen“ wegweisend.
Bekannte Autoren darin waren – wie bereits erwähnt – u.a. „Professor L.S.M.A.
von Römer“ (ein Pseudnym) mit seinem bekanntesten Beitrag „Über die
androgynische Idee des Lebens“ in der Ausgabe 1903 II als auch Dr.
F.Karsch-Haack 1901 mit seinem viel beachteten Aufsatz „Uranismus oder
Päderastie und Tribadie bei den Naturvölkern“ (wobei – man höre und staune –
Tribadie ein Euphemismus ist für Frauenliebe – Man(n interessierte sich also
nicht nur für sich selbst damals!). Im Jahre 1911 erschien dann übrigens sein
Hauptwerk „Das gleichgeschlechtliche Leben der Naturvölker“, das
wegweisend werden sollte für die gesamte Naturvölker-Forschung in Europa im
Rahmen des blühenden weltweiten Kolonialismus jener
Tage.
Magnus
Hirschfeld entwickelte um die damalig Jahrhundertwende seine sogenannte
Zwischenstufen-Theorie, in welcher er erstmals die „Umkleidungstäter“
(ein herrliches Wort) von den Homosexuellen (in Krafft-Ebings „Psychopathia
Sexualis“ noch „Konträrsexuellen“ genannt) löste und für sie die Bezeichnung
„Transvestiten“ vorschlug – dies geschah in seinem bekanntesten Werk
„Die Transvestiten“ (Berlin 1910). In seiner ca 2'000 Seiten umfassende
sexualwissenschaftliche Abhandlung „Geschlechtskunde“ sieht Hirschfeld
dann erstmals den Wunsch nach Geschlechtsumwandlung (also den chirurgischen
Geschlechtswandel) als eine Form des „Extremen Transvestitismus“. Die
Bezeichnung „Transsexualismus“ wurde 1923 zum ersten Mal von ihm
verwendet, allerdings gekuppelt am Transvestitismus-Begriff und ohne eine nähere
Definition zu benennen: Es ging um die Frage ob der Transsexualismus die oberste
Form des Transvestitismus darstelle oder der Transvestitismus die unterste Form
des Transsexualismus...Letztere Form sollte dann nach dem Zweiten Weltkrieg vom
amerikanischen Sexualforscher Harry Benjamin, einem Bekannten Hirschfelds, in
seinem zu jener Zeit bahnbrechenden Werk „The transsexual phenomenon“
(New York 1966) zur bahnbrechenden „Erfindung“ der Transsexualität
als eine neue Geschlechtlichkeit, weit weg von der Homosexualität – und damit
weit vom sozusagen vor der Haustür liegenden indianischen Berdachentum - hochstilisiert werden...Oder wie es der
Berliner Sexualwissenschaftlicher Rainer Herrn 1995 in einem Aufsatz ausdrückte:
„Vom Geschlechtsverwandlungswahn zur
Geschlechtsumwandlung“.
Zurückgehend zu Hirschfeld möchte ich noch zitieren, was
dieser zum sogenannten Transsexualismus seiner Couleur damals
schrieb:
„Die stärksten
Formen des totalen Transvstitismus finden wir bei denen, die nicht nur ihr
künstliches, sondern auch ihr natürliches Kleid, ihre Körperoberfläche,
andersgeschlechtlich umgestalten möchten (...). Den höchsten Grad dieser
körper-transvestitischen Zwangszustände beobachten wir bei denen, die eine mehr
oder weniger vollständige Umwandlung ihrer Genitalien anstreben, vor allem also
ihre Geschlechtsteile nach ihrer Seele formen wollen. Voran steht bei
transvestitischen Frauen die Beseitigung der Menstruation durch Entfernung der
Eierstöcke, bei transvestitischen Männern die Kastration. Diese Fälle sind viel
häufiger als man früher auch nur im entferntesten ahnte...“ Wohlgemerkt: dies wurde bereits vor 100 Jahren
gesagt...!
Zu
Anfang der 20er Jahre wurden die im Hirschfeldschne Sinne als „Extreme
Transvestiten“ bezeichnete Personen – zunächst auf eigenem Wunsch und unter
Belehrung der Folgen – ein- oder zweiseitig kastriert – geübt in derartigen
Eingriffen waren die Chirurgen der Berliner Charité bereits durch
Genitaloperationen an verletzte Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg. Der damalige
Kapazität auf dem Gebiet der Genitalchirurgie Richard Mühsam berichtete 1926
über einen von Magnus Hirschfeld an ihn überwiesenen Patienten, an dem ein
erster Versuch zur jetzt auch plastischen Operation durchgeführt wurde – dies
nachdem der Transsexuelle (damals noch Transvestit genannt) zuerst 1920
kastriert und dann 1921 gar Eierstöcke eingepflanzt bekommen hatte. Auch dieser
Auswuchs einer grenzenlosen „illusio virilis“-Hybris gab es also bereits
damals...
Über die
erste komplette Genitalumwandlung im Sinne des Transsexualismus-Credo unserer
Tage berichtete Felix Abraham 1931 dann in seinem Aufsatz „ Genitalumwandlung
an zwei männlichen Transvestiten“. Doch die wohl spektakulärste
„Geschlechtsumwandlung“ fand im gleichen Jahr in Dresden statt, wo die Dänin
Lili Elbe – vormals der dänische Dichter Einar Wegener – mit ihrer Biographie
„Ein Mensch wechselt sein Geschlecht: eine Lebensbeichte“ viel
Aufsehen erregte in den Medien – ein Jahr später war sie allerdings
tot...!
Nach dem
Zweiten Weltkrieg folgte 1952 in Kopenhagen dann die weltweit für Aufregung
sorgende „Geschlechtsumwandlung“ der (wiederum) Dänin Christine Jörgensen
(ehemals der GI George Jörgensen) - die Schlagzeilen beispielsweise der „New
York Daily News“ lauteten „EX-GI BECOMES BLONDIE“ und „Operation
Transform Bronx Youth“. Wobei Christine Jörgensen (1992 verstorben) sich
übrigens äusserst geschäftstüchtig zeigte in der Vermarktung ihres in den Augen
der Öffentlichkeit doch sensationellen Schrittes – sie war sozusagen fortwährend
„on tour“ mit sich selbst und ihrer Geschichte. Schliesslich geriet 1974 noch
die Engländerin Jan Morris mit ihrem Erlebnis-Buch „Conundrum“ in den
Blickpunkt der Öffentlichkeit – darin berichtete die heute als Historikerin
lebende Jan Morris (die einst als Mann den Mount Everest bestiegen hatte...) in
ziemlich idealisierter Form über ihre Erlebnisse in der Casablanca-Klinik des
Transsexer-Chirurgen Charles Burou, der Erfinder des „Stülp“- bzw.
„Handschuh“-Prinzips bei der chirurgischen Anpassung von
Mann-zu-Frau-Transsexuellen. Merke: die Verwendung des (heutigen) Begriffes
(Geschlechts-)Anpassung statt (Geschlechts-)Umwandlung kommt der Realität
der Dinge schon viel näher..Wer übrigens heute bei der Suchmaschine google.de
den Begriff „Dr. Charles Burou“ eingibt bekommt etwa 5'100 Resultate, darunter
ganz ausführliche hochinteressante Websites über die historische
Entstehungsgeschichte der Transsexualität
ähnlich wie ich diese Euch hier in Kurzform zu vermitteln
suche...
Ja, und
anschliessend setzte in den USA der heute als sagenhaft erscheinende
„Umwandlungs-Boom“ ein: Im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“
(„american dream“) stieg man (Mann!) gross ein und Namen wie Harry Bejamin, John
Money, Robert Stoller, G.W. und C. Socarides, John Hopkins Hospital in
Baltimore, Mount-Sun-Rafael-Hospital in Trinidad (Colorado) mit dem
Transsexer-Chirurgen Stanley Biber usw. wurden zu Synomymen einer dort
einsetzenden, sprunghaften Ausuferung der transsexuellen Idee - und deren
(nahtlose) Transformation in die chirurgische Wirklichkeit: „Anything goes“ war
die wahrhaft schrankenlose Devise, wenn es um die (angebliche)
„Auswechselbarkeit der Geschlechter“
ging.
Schliesslich kam das auf Harry Benjamin basierende
USA-Transsexualismus-Phänomen – sozusagen über den amerikanischen „Umweg“ – dann
in den auslaufenden Wirtschaftswunder-Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder
zurück nach Deutschland bzw. Europa – es folgten die ersten transsexuellen
Gesetzgebungen, u.a. in Schweden (1972), in der DDR (1974), in der BRD (1981 mit
„kleiner Lösung“ (Vornamensänderung im Rahmen des sozialen
Geschlechtswandels) und „grosser Lösung“ (Personenstandsänderung im
Rahmen der chirurgischen Anpassung)), Italien (!982), Holland (1984), Luxemburg
(1989) usw.. Aber auch die Gründungen der verschiedensten
Transsexuellen-Selbsthilfe-Organisationen waren die Folge – und damit auch der
Umstand, dass dieselben meistens nicht die Lösung des (Beratungs-)Problem waren
sonder das Problem selber ( falscher „Guru“-Aktionismus). Das ganze Hin und Her
hat inzwischen zu einem erheblichen
Imageverlust in der Öffentlichkeit geführt (nichtzuletzt wegen der durchwegs
schrecklichen „Talkshow“-Figuren aus der „TS-Büchse der Pandora“...) und sich –
wie zu Anfang aufgezeigt – allmählich auch in die (Schein-)Welt des Internets
verlagert. Die in Thailand demnächst geplante Direktübertragung von
„sex-change“-Operationen durch das Fernsehen dürfte in einem solchen Sinne
gleichfalls zu einer weiteren Kommerzialisierung bzw. Stigmatisierung des
Geschlechtswandel-Phänomens führen -
nichtzuletzt durch die bereits jetzt angebotenen (preiswerten) „all
in“-Umwandlungs-Pakete....
Was soll
ich Euch noch sonst erzählen über die Euch allen wahrscheinlich bestens bekannte
Gegenwart? Vielleicht im nachdenklichen Sinne hervorheben, was im Beitrag
„Ein Traum von Mädchen“ in der Hamburger Zeitung „Die Zeit“ vom
27.05.2004 mit den ersten beiden Sätzen bereits vielsagend geunkt wird: „Mit
Hilfe von Hormonen darf ein 13-järiger sein Geschlecht wechseln. Die
Behandlung ist umstritten – und unumkehrbar“? Soll man/frau so einfach
zur Kenntnis nehmen, dass jetzt auch an der Hamburger Universitätsklinik die
„Quadratur des (Geschlechtswandel-)Kreises“ versucht wird, genauso wie
solche hormonalen „Menschenversuche“ nun schon seit vielen Jahren vom Genderteam
der Freien Universität von Amsterdam (Transsexerin Cohen-Kettenis als treibende
Kraft) an niederländische Androgyn-Kindern im frühen Schulalter vorgenommen
werden? Oder soll ich von der grossen Blamage des USA-Sexualforschers John Money
erzählen, dessen damals für unerschüttlich gehaltenes Credo der „problemlosen“
Auswechselbarkeit des Geschlechter im Sinne des „nurture“-Ansatzes durch den
Freitod seines Paradepferdchens David Reimer Ende 2003 gnadenlos entlarvt worden
ist? Ein „Teiresias“-Schicksal, diesmal nicht von den alten Griechen-Göttern
inszeniert sondern durch Zutun moderner „Götter in Weiss“ regelrecht
„verschuldet“ als bedauernswerte ( Spät-)Folge einer unsagbaren „illusio
virilis“-Hybris der (amerikanischen) Nachkriegsjahre? Oder soll ich Euch
erzählen von der grossen amerikanischen Star-Fotografin Annie Leibovitz, die
Ihre Karriere begann bei den Society-Blättern „Rolling Stone“, „Vanity Fair“ und
„Vogue“, das Geschlecht wechselte und ihr letztes wunderbares Fotobuch „Annie
Leibovitz: Women“ kurz nach dem Jahrtausendwechsel auf einem Empfang in
Weissen Haus persönlich an „womanizer“ Bill Clinton abliefern
durfte?
Aber wie
gesagt, aus den USA kommen glücklicherweise im Rahmen des Transgender-Denkens
nun endlich immer kritischere Töne herüber - sozusagen weg von der Chirurgie und
wieder hin zur Tradition der „androgynischen Idee des Lebens“. Oder anders
gesagt „Couch statt Skalpell“, wobei nichtzuletzt 2003 erhebliche Unruhe in den
USA entstanden ist durch das Buch „The Man Who Would Be Queen –The Science of
Gender-Bending und Transsexualism“ vom Autor Michael Bailey (Joseph Henry
Press, Washington D.C. 2003) – die niederländische Zeitung „De Telegraaf“
titelte hierzu „De hype van vandaag is het schandaal van morgen“
(der Hype von heute ist der Skandal von
morgen)....
Denn wie
zu Anfang bereits gesagt: „Das Wandeln zwischen den Geschlechtern ist so alt
wie die Menschheit...!“- „und das ist gut so“ (frei nach Wowereit).
Allerdings wird die in Tausenden von Jahren entstandene
männlich-patriarchalische Eindeutigkeits-Hybris nur schwer zu knacken sein,
nichtzuletzt auch da im gesellschaftlichen Sinne allmählich ein
(patriarchalisch-religiös initiierter) „Rechtsruck“, vor allem in den
USA, sich durchzusetzen beginnt -
da kommt noch einiges auf uns zu ...! Tröstlich in diesem Zusammenhang dürfte da
allerdings wieder sein, dass der
bekannte amerikanische Sex-Aufklärer und Sexualforscher Alfred
Kinsey (1894-1956) im
damaligen FBI-Chef Edgar J. Hoover direkt nach dem Zweiten Weltkrieg
einen erbitterten Gegner besass, der ihn gnadenlos verfolgen liess und dicke
Akten über ihn anlegte. Aber der gleiche Edgar J. Hoover – der im Büro den
harten fundamentalistischen „Kerl“ gab – tanzte nachts in Frauenkleidern durch
die Schwulenbars, sozusagen als „Rumpelstilzchen“-Berdache und als bester
Beweis für den auch heute noch intakten sprichwörtlichen amerikanischen
Doppelmoral..!
Ich
danke für Eure Aufmerksamkeit.
Johanna Kamermans,
Maastricht
www.johanna16.freeler.nl
Vortrag und
Gespräch
mit
Johanna
Kamermans
am
Freitag den
17.06.2005
Bürgerhaus
Stollwerck
Dreikönigenstrasse 23
D-50678
Köln
auf
Einladung
der
TXKöln-SHG.
„D e r M e n s c h
i s t
n i c h t
M a n n o d e r W e i
b
s o n d e r n
M a n n u n d W e i b“
Magnus
Hirschfeld (1868 – 1935)